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Eventbau & temporäre Bauten

Bei temporären Bauten steht ein Datum fest, bevor irgendetwas geplant ist: der Tag, an dem die Türen aufgehen. Genehmigung, Aufbau und Abnahme werden von diesem Termin aus rückwärts gerechnet, der Rückbau vom letzten Veranstaltungstag bis zur vereinbarten Rückgabe der Fläche.

  • Bodenplatten und temporäre Fahrwege
  • Temporäre Leichtbauten
  • Kran- und Aufstellflächen
  • Flächenbefestigung auf Zeit

Umgekehrte Prioritäten

Gebaut wird für Wochen, geplant wird für den Abbau

Ein temporärer Bau muss schnell stehen, sicher genutzt werden und danach wieder verschwinden. Lebensdauer spielt kaum eine Rolle. Gewicht, Transport und Montagezeit zählen mehr, und dazu die Frage, in welchem Zustand die Fläche zurückgegeben werden muss.

Aufbauzeiten werden in Stunden gerechnet, Anlieferungen in Zeitfenstern, und für Wind gibt es Grenzwerte, ab denen geräumt wird. Wer einen Eventbau wie einen kleinen Hochbau plant, plant zu langsam und zu schwer.

Genehmigung

Fliegender Bau oder Bau auf Zeit

Für die Genehmigung zählt, ob eine Konstruktion immer wieder an verschiedenen Orten auf- und abgebaut wird oder einmal an einem Ort steht.

Fliegender Bau oder Bau auf Zeit
Merkmal Fliegender Bau Bauliche Anlage auf Zeit
Was gemeint istBauten, die geeignet und bestimmt sind, an verschiedenen Orten wiederholt aufgestellt und zerlegt zu werden, etwa Zelte, Tribünen oder BühnenEinmalig errichtete Bauten, die nur für einen begrenzten Zeitraum stehen
Rechtsgrundlage§ 76 Musterbauordnung und die entsprechenden Vorschriften der LänderLandesbauordnung, meist mit Baugenehmigung, oft befristet. Verfahrensfrei sind etwa Bauten, die höchstens drei Monate auf genehmigtem Messegelände stehen, oder Stände auf Volksfesten und Märkten
PrüfungAusführungsgenehmigung mit Prüfbuch, am Aufstellort Anzeige und gegebenenfalls GebrauchsabnahmeIm Baugenehmigungsverfahren, je nach Bau mit Prüfstatik und Brandschutznachweis
VorlaufKurz, wenn ein geprüfter Bau mit gültigem Prüfbuch verfügbar istWie bei einem regulären Bauvorhaben, der Termin hängt am Verfahren

Bestimmte kleine Fliegende Bauten brauchen keine Ausführungsgenehmigung, die Musterbauordnung nennt etwa Zelte bis 75 Quadratmeter Grundfläche. Die Grenzen unterscheiden sich von Land zu Land.

Was vor Ort zählt

Was unter und neben dem Bau geklärt sein muss

  • Untergrund und Lasten

    Zelte, Bühnen und Kräne bringen Punktlasten auf Flächen, die dafür nicht gebaut sind: Rasen, Pflaster, Parkplätze. Ein Plattendruckversuch nach DIN 18134 zeigt, was der Boden aufnimmt. Lastverteilungsplatten unter Stützen und Abstützungen verhindern, dass etwas einsinkt.

  • Fahrwege

    Anlieferung, Feuerwehr und Rettungsdienst brauchen befestigte Wege, auch nach drei Tagen Regen. Flächen für die Feuerwehr sind nach der Muster-Richtlinie für Fahrzeuge mit bis zu 10 Tonnen Achslast und 16 Tonnen Gesamtgewicht auszulegen. Mobile Bodenplatten verteilen diese Lasten und schützen den Untergrund.

  • Rettungswege

    Rettungswege werden nach der größtmöglichen Personenzahl bemessen, die ein Bau aufnehmen kann. Die Muster-Versammlungsstättenverordnung verlangt in Versammlungsräumen mindestens 1,20 Meter Breite je 200 Personen, im Freien 1,20 Meter je 600 Personen, und bis zum nächsten Ausgang höchstens 30 Meter. Für Zelte und andere Fliegende Bauten gelten eigene Regeln aus der Fliegende-Bauten-Richtlinie. Verbindlich ist jeweils die Fassung des Landes.

  • Rückgabe der Fläche

    Vor dem Aufbau wird der Zustand der Fläche mit Fotos und Protokoll festgehalten. Nach dem Abbau zeigt der Vergleich, was wiederherzustellen ist, etwa verdichteter Boden, eine beschädigte Grasnarbe oder Risse im Pflaster. Ohne Ausgangsprotokoll wird jede Spur zur Verhandlungssache.

Der Termin

Rückwärts geplant vom Tag der Eröffnung

Der Terminplan beginnt beim Einlass und läuft zurück: Abnahme, technische Inbetriebnahme, Montage, Anlieferung, Flächenvorbereitung, Genehmigung. Jeder Schritt bekommt einen eigenen Puffer, den Verzögerungen aus früheren Schritten nicht aufzehren dürfen.

Die Witterung gehört als feste Größe in diesen Plan. Im Prüfbuch eines Zelts steht, bis zu welcher Windgeschwindigkeit es genutzt werden darf, und für die Montage mit Kran gelten eigene Grenzen. Ein Aufbauplan ohne Reserve für zwei Tage Sturm ist zu knapp.

Der Ablauf

Von der Fläche bis zur Rückgabe

  1. Fläche und Nutzung klären

    Besucherzahl, Art der Nutzung, Untergrund, Zufahrten und Medienanschlüsse. Hier fällt auch die Entscheidung, ob ein Fliegender Bau mit Prüfbuch genügt oder eine Genehmigung auf Zeit nötig wird.

    Ergebnis Eine Genehmigungsstrategie mit Terminplan

  2. Untergrund prüfen und Flächen auslegen

    Plattendruckversuch, Lastannahmen für Kran und Aufbauten, Fahrwege für die schwersten Fahrzeuge und eine Dokumentation des Ausgangszustands.

    Ergebnis Ein Flächenplan mit Lasten und Wegen

  3. Genehmigen und anzeigen

    Bauantrag für genehmigungspflichtige Bauten auf Zeit, Anzeige der Aufstellung bei Fliegenden Bauten, Abstimmung mit Feuerwehr und Ordnungsamt.

    Ergebnis Alle Genehmigungen vor Montagebeginn

  4. Aufbauen und abnehmen lassen

    Montage in festen Zeitfenstern, Abnahme vor dem ersten Einlass, Protokoll für den Betrieb.

    Ergebnis Ein abgenommener Bau am Eröffnungstag

  5. Abbauen und zurückgeben

    Rückbau, Wiederherstellung der Fläche, Abgleich mit dem Ausgangsprotokoll und Übergabe an den Eigentümer.

    Ergebnis Eine Fläche im vereinbarten Zustand

Häufige Fragen

Brauchen Zelte eine Baugenehmigung?

Zelte, die als Fliegende Bauten immer wieder aufgestellt werden, brauchen eine Ausführungsgenehmigung, dokumentiert im Prüfbuch. Die Aufstellung am jeweiligen Ort wird angezeigt, und die Behörde kann vor der Nutzung eine Gebrauchsabnahme verlangen. Kleine Zelte sind je nach Land davon befreit. Steht ein Zelt einmalig über längere Zeit an einem Ort, kann eine Baugenehmigung nötig werden.

Wie früh sollte die Planung für eine Veranstaltung beginnen?

Das hängt an der Genehmigungsart. Mit geprüften Fliegenden Bauten auf einer erschlossenen Fläche reichen oft wenige Wochen. Sobald eine Baugenehmigung nötig ist, bestimmt das Verfahren den Vorlauf, und dann sprechen wir eher von Monaten.

Wie wird die Fläche nach der Veranstaltung zurückgegeben?

Im Zustand, der mit dem Eigentümer vereinbart ist. Vor dem Aufbau halten Protokoll und Fotos den Ausgangszustand fest, nach dem Abbau zeigt der Vergleich, was wiederherzustellen ist.

Können Bodenplatten auf Rasen verlegt werden?

Ja, dafür sind sie gemacht. Sie verteilen die Last, und bei kurzer Liegezeit bleibt die Grasnarbe meist erhalten. Liegen die Platten mehrere Wochen oder bei Nässe, ist mit Schäden zu rechnen, die nach dem Abbau behoben werden müssen.

Der Termin steht, die Fläche auch?

Schildern Sie uns Veranstaltung, erwartete Besucherzahl und Fläche. Daraus ergibt sich, welcher Genehmigungsweg passt.

Wir melden uns kurzfristig.