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Projekt anfragen

Projektsteuerung, die Ihre Gremien prüfen können.

Sie verantworten Kapital, berichten an Gremien und führen oft mehrere Vorhaben zugleich. Von einer Steuerung brauchen Sie deshalb eine Ordnung, in der Entscheidungen nachvollziehbar fallen, Zahlen ihre Unschärfe ausweisen und Abweichungen Sie früh erreichen.

Risiken und Vorkehrungen

Was bei großen Vorhaben tatsächlich schiefgeht

Die typischen Schadensfälle großer Projekte gehen selten auf Baufehler zurück. Meist sind es Strukturfehler, und gegen jeden gibt es eine Vorkehrung, die vor Projektbeginn vereinbart wird.

  • Die Kostenexplosion, die keiner kommen sah

    Sie baut sich über Monate auf, in denen niemand den Kostenstand gegen die letzte Ermittlungsstufe gehalten hat. Dagegen hilft eine Kostenverfolgung nach DIN 276, bei der jede Zahl ihre Ermittlungsstufe und jede Abweichung ein Datum hat.

  • Verantwortung, die zwischen Verträgen zerfällt

    Wenn Planer, Ausführende und Steuerung getrennt beauftragt sind, ist jede Lücke zunächst niemandes Zuständigkeit. Eine Entscheidungsordnung legt deshalb Zuständigkeiten und Eskalationswege fest, bevor der erste Konflikt entsteht.

  • Der Bericht, der Abweichungen nicht zeigt

    Ein Statusbericht, der immer Grün zeigt, sagt über den tatsächlichen Stand nichts aus. Vorbeugen lässt sich mit Berichtsformaten, in denen jede Abweichung mit Ursache und Gegenmaßnahme stehen muss.

  • Der Dienstleister mit eigenem Interesse

    Wer im selben Projekt steuert und selbst baut, bewertet Nachträge, an denen er mitverdient. Dagegen hilft eine feste Trennung von Steuerung und Ausführung.

Rollenregel

Steuerung ohne Bauauftrag

Die Projektsteuerung prüft Leistungen, Nachträge und Rechnungen der Ausführenden.

Wer in einem Projekt die Steuerung übernimmt, tritt dort nicht als Generalunternehmer an.

Die Rolle wird vor Mandatsbeginn festgelegt und schriftlich festgehalten.

Das Leistungsbild

Steuerung nach AHO Heft Nr. 9

Heft Nr. 9 des AHO, des Ausschusses der Verbände und Kammern der Ingenieure und Architekten für die Honorarordnung, beschreibt das Leistungsbild, nach dem Projektsteuerung in Deutschland üblicherweise beauftragt wird. Es gliedert die Arbeit in fünf Handlungsbereiche von A bis E über fünf Projektstufen. Leistung und Vergütung können Sie damit gegen einen veröffentlichten Maßstab prüfen.

Handlungsbereiche A bis E nach AHO Heft Nr. 9 über die fünf Projektstufen. Je Kreuzung ist angegeben, ob der Handlungsbereich in dieser Stufe beteiligt ist oder im Schwerpunkt liegt.
Handlungsbereich 01 Projektvorbereitung 02 Planung 03 Ausführungsvorbereitung 04 Ausführung 05 Projektabschluss
A Organisation, Information, Koordination, Dokumentation Projektvorbereitung: liegt im Schwerpunkt Planung: liegt im Schwerpunkt Ausführungsvorbereitung: liegt im Schwerpunkt Ausführung: liegt im Schwerpunkt Projektabschluss: liegt im Schwerpunkt
B Qualitäten und Quantitäten Projektvorbereitung: liegt im Schwerpunkt Planung: liegt im Schwerpunkt Ausführungsvorbereitung: ist beteiligt Ausführung: liegt im Schwerpunkt Projektabschluss: ist beteiligt
C Kosten und Finanzierung Projektvorbereitung: liegt im Schwerpunkt Planung: liegt im Schwerpunkt Ausführungsvorbereitung: liegt im Schwerpunkt Ausführung: liegt im Schwerpunkt Projektabschluss: liegt im Schwerpunkt
D Termine, Kapazitäten und Logistik Projektvorbereitung: ist beteiligt Planung: liegt im Schwerpunkt Ausführungsvorbereitung: liegt im Schwerpunkt Ausführung: liegt im Schwerpunkt Projektabschluss: ist beteiligt
E Verträge und Versicherungen Projektvorbereitung: ist beteiligt Planung: ist beteiligt Ausführungsvorbereitung: liegt im Schwerpunkt Ausführung: liegt im Schwerpunkt Projektabschluss: liegt im Schwerpunkt
Legende Schwerpunkt beteiligt

Governance

Wer was bis wann entscheidet

Mit einer Governance-Struktur steht vorab fest, welche Fragen Ihre Gremien sehen müssen. Jede Entscheidung lässt sich später rekonstruieren.

  • Entscheidungsordnung

    Vor Mandatsbeginn wird festgelegt, welche Entscheidungen beim Auftraggeber bleiben, welche delegiert sind und ab welcher Kosten- oder Terminwirkung eskaliert wird. Fehlt diese Ordnung, müssen Zuständigkeiten im Konfliktfall teuer nachverhandelt werden.

  • Entscheidungsvorlagen mit Alternativen

    Jede Vorlage enthält Alternativen, Kosten- und Terminwirkung sowie eine begründete Empfehlung. Das Gremium, das die Verantwortung trägt, hat damit auch eine echte Wahl.

  • Eskalation mit Schwellenwerten

    Eskaliert wird ab vorher definierten Abweichungen. So erfahren die Gremien relevante Abweichungen früh, und Kleinigkeiten klärt die Projektebene selbst.

  • Dokumentation, die Prüfungen standhält

    Beschlüsse, Begründungen und Abweichungen sind so dokumentiert, dass auch Jahre später nachvollziehbar ist, wer was auf welcher Grundlage entschieden hat. Die Akte hängt damit nicht am Gedächtnis einzelner Beteiligter und bleibt auch nach einem Wechsel im Projektteam lesbar.

Berichtswesen

Was regelmäßig auf Ihrem Tisch liegt

Den Takt vereinbaren wir im Mandat. Fest steht, dass jedes Format Abweichungen mit Ursache und Gegenmaßnahme ausweist.

  • Statusbericht

    Kosten, Termine, Risiken und offener Entscheidungsbedarf auf einen Blick, mit Ampel je Dimension und Begründung je Abweichung.

  • Kostenbericht mit Prognose

    Was bisher ausgegeben ist und wo die Kosten zum Projektende voraussichtlich liegen, gemessen an der letzten Ermittlungsstufe nach DIN 276.

  • Terminbericht

    Der kritische Pfad und wie er sich seit dem letzten Bericht verändert hat, dazu für jeden Verzug die Ursache und die Wirkung auf den Fertigstellungstermin.

  • Risikoregister-Auszug

    Die bewerteten Risiken mit Verantwortlichem und Gegenmaßnahme. Neue Risiken und Statuswechsel sind hervorgehoben.

  • Entscheidungsvorlagen

    Für jede anstehende Entscheidung der späteste Termin, zu dem sie fallen muss, damit Kosten und Termine halten. Die Vorlage liegt so früh vor, dass die Entscheidung noch etwas ändern kann.

  • Abweichungsbericht ad hoc

    Überschreitet etwas die vereinbarte Schwelle, wartet die Meldung nicht auf den nächsten Regeltermin.

Kostensystematik

Jede Zahl trägt ihre Ermittlungsstufe

Für eine Investitionsentscheidung zählt neben dem Betrag, auf welcher Grundlage er ermittelt wurde. DIN 276 ordnet die Kostenermittlung in Stufen vom Kostenrahmen bis zur Kostenfeststellung und bindet jede an einen Projektabschnitt. An der Stufe lässt sich ablesen, wie belastbar eine Zahl ist.

  1. 1

    Kostenrahmen

    Bedarfsplanung

    Erste Größenordnung als Entscheidungsgrundlage, ob das Vorhaben verfolgt wird.

  2. 2

    Kostenschätzung

    Vorplanung

    Grundlage für die Entscheidung über die Vorplanung.

  3. 3

    Kostenberechnung

    Entwurfsplanung

    Grundlage für die Entscheidung über die Entwurfsplanung.

  4. 4

    Kostenvoranschlag

    Ausführungsplanung, Vorbereitung der Vergabe

    Grundlage für die Entscheidung über die Ausführungsplanung und die Vorbereitung der Vergabe.

  5. 5

    Kostenanschlag

    Vergabe

    Grundlage für die Entscheidung über die Ausführung, berechnet aus den eingegangenen Angeboten.

  6. 6

    Kostenfeststellung

    Projektabschluss

    Nachweis der entstandenen Kosten und Grundlage für künftige Vorhaben.

Die Balkenbreite zeigt die Unschärfe der Ermittlung und sagt nichts über den Betrag. Jede Stufe wird gegen die vorherige gehalten. So fallen Abweichungen auf, solange sie noch steuerbar sind.

Kostengruppen nach DIN 276

  • 100 Grundstück
  • 200 Vorbereitende Maßnahmen
  • 300 Bauwerk – Baukonstruktionen
  • 400 Bauwerk – Technische Anlagen
  • 500 Außenanlagen und Freiflächen
  • 600 Ausstattung und Kunstwerke
  • 700 Baunebenkosten
  • 800 Finanzierung

Risiko und Nachtrag

Die zwei Disziplinen, an denen Renditen hängen

  • Ein gepflegtes Risikoregister

    Jedes Risiko ist benannt, bewertet, einem Verantwortlichen zugeordnet und mit einer Gegenmaßnahme versehen. Die Pflege des Registers gehört fest zum Berichtswesen.

  • Nachtragsdisziplin

    Jeder Nachtrag wird dem Grunde und der Höhe nach geprüft: ob die Leistung im Vertrag schon enthalten war und ob sich der geforderte Preis aus der Vertragskalkulation oder den tatsächlich erforderlichen Kosten herleiten lässt. Anordnungen ergehen nur schriftlich, und nach jeder Prüfung wird die Kostenprognose aktualisiert.

Portfolio

Eine Systematik für mehrere Vorhaben

Mit mehreren parallelen Projekten kommt eine Aufgabe hinzu, die ein einzelnes Projekt nicht kennt: Die Vorhaben müssen vergleichbar sein. Berichtet jedes in einem eigenen Format, ist kaum zu erkennen, welches gerade das kritische ist.

In jedem Projekt gilt dieselbe Systematik: gleiche Berichtsformate, gleiche Kostenlogik nach DIN 276, gleiche Eskalationsschwellen. Eine gelbe Ampel bedeutet dann in jedem Vorhaben dasselbe, und die Projekte lassen sich im Portfolio nebeneinanderlegen.

Vergleichbare Berichte sind die Voraussetzung dafür, Vorhaben im Portfolio zu priorisieren.

Öffentliche Auftraggeber

Wenn das Vergaberecht mitregiert

Bei öffentlichen Auftraggebern kommt eine zweite Ordnung dazu: Vergabeverfahren mit festen Fristen, Dokumentationspflichten und engen Grenzen für Änderungen am Auftrag nach dem Zuschlag. Was privatwirtschaftlich eine Vertragsanpassung ist, kann öffentlich ein Vergabeverstoß sein.

Für die Steuerung heißt das: Leistungsbeschreibungen, Wertungskriterien und Terminketten werden so vorbereitet, dass das Verfahren hält, und jede Entscheidung wird so dokumentiert, dass sie einer Nachprüfung standhält. Der Aufwand dafür fällt vor der Bekanntmachung an. Danach lassen sich Vergabeunterlagen nur noch korrigieren, indem alle Bieter informiert werden, und bei wesentlichen Änderungen muss die Angebotsfrist verlängert werden.

Der Einstieg

So beginnt ein Steuerungsmandat

Die Reihenfolge gilt für ein neues Vorhaben ebenso wie für den Einstieg in ein laufendes Projekt. Jeder Schritt baut auf dem Ergebnis des vorigen auf.

  1. Bestandsaufnahme

    Verträge, Planungsstand, belastbarer Kostenstand, offene Nachträge, Terminlage. Der dokumentierte Ist-Zustand ist die Grundlage jeder Prognose.

    Ergebnis Ein dokumentierter Ausgangspunkt

  2. Governance vereinbaren

    Entscheidungsordnung, Berichtsformate und -takt, Eskalationsschwellen, Schnittstellen zu Ihren Gremien. Alles zusammen wird schriftlich festgehalten und gilt ab Ihrer Freigabe.

    Ergebnis Spielregeln, die vor dem ersten Konflikt stehen

  3. Die Basislinie setzen

    Der erste Statusbericht legt Kosten-, Termin- und Risikostand als Referenz fest. An ihr werden alle folgenden Berichte gemessen, sodass sich Fortschritt belegen lässt.

    Ergebnis Ein Maßstab, gegen den gesteuert wird

Häufige Fragen

Ab welcher Projektgröße lohnt sich eine externe Steuerung?

Die Größe ist selten das Kriterium. Entscheidend sind drei Fragen: Verlangen Gremien oder Finanzierungspartner nachvollziehbare Entscheidungen? Fehlt eigene Steuerungskapazität, oder ist sie mit anderen Vorhaben ausgelastet? Und trägt das Projekt ein Risiko, das eine unabhängige Kontrolle rechtfertigt? Zwei Ja genügen in der Regel.

Können Sie ein bereits laufendes Projekt übernehmen?

Ja. Der Einstieg folgt dann derselben Reihenfolge: erst Bestandsaufnahme, dann Governance, dann Basislinie. Gerade bei Projekten in Schieflage ist die dokumentierte Bestandsaufnahme der wichtigste Schritt, weil sie den tatsächlichen Kosten- und Terminstand von den bisherigen Annahmen trennt.

Wir haben ein eigenes Berichtswesen. Müssen wir auf Ihres wechseln?

Nein. Berichtsformate sind Vereinbarungssache, bestehende Konzernformate werden übernommen oder angebunden. Inhaltlich bestehen wir auf ausgewiesenen Abweichungen, einer Kostenprognose mit Ermittlungsstufe und einem gepflegten Risikoregister.

Können wir BPS als Steuerer und als Generalunternehmer beauftragen?

Ja, mit einer festen Rollentrennung: Wer in einem Projekt die Steuerung übernimmt, tritt dort nicht als Generalunternehmer an. In einem Vorhaben können Sie BPS also als Steuerer beauftragen, in einem anderen als Generalunternehmer, im selben Vorhaben aber nur in einer der beiden Rollen.

Arbeiten Sie auch für öffentliche Auftraggeber?

Ja, bundesweit. Die Zuschlagsentscheidung trifft dabei immer der Auftraggeber selbst, delegieren lässt sie sich nicht. Die Steuerung bereitet Leistungsbeschreibung, Wertungsvorschlag und Vergabevermerk so vor, dass er sie auf einer dokumentierten Grundlage treffen kann.

Sprechen wir über Ihr Vorhaben oder Ihr Portfolio.

Schildern Sie uns kurz die Ausgangslage: ein einzelnes Projekt, das Steuerung braucht, oder mehrere Vorhaben, die nach einer gemeinsamen Systematik laufen sollen.

Wir melden uns kurzfristig.